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Was du nicht selber weißt
Weißt du nicht
Bertolt Brecht, Lob des Lernens

Das wirklich Neue wäre
vollständig unausdrückbar.

Paul Valéry, Cahiers



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     aus der Welt der Sprache(n), Mehrsprachigkeit, Migration und Bildung

> Kleines ABC Migration und Mehrsprachigkeit
> Aktuelles von gestern

Letzte Bearbeitung: 17.06.2013

Höflichkeit und Anrede in einigen Sprachen: Interview mit Horst Simon (Spiegel Online)
Gute Nachricht: Wenngleich lange vermutet ('Plastizität des Gehirns'), nun aber schön bewiesen: Im Gehirn Erwachsener (präziser: im Hippocampus) entstehen ständig neue Nervenzellen, berichtet Spiegel Online.

Schlechte Nachricht: Amerikanische Geheimdienste schnüffeln in Daten großer Anbiete mithilfe eines Programms namens Prism (Guardian),vgl. auch Wallstreet Journal. Beispielsweise sollen in 6 Monaten 20 000 Mitgliederprofile von Facebook weitergegeben worden sein, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Aber eigentlich konnte man das wissen. Man muss seine Daten nicht einer Cloud mit US-Servern anvertrauen, es gibt europäische Dienste wie TeamDrive oder Wuala, vor allem aber gibt es schon lange USB-Sticks und Verschlüsselungsprogramme... Neues dazu vom 15.6. (Spiegel Online), Stellungnahme von Apple (17.6.13)

Aktuelle Berichte zur Situation in der Türkei bietet die taz. Aktuell hier
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration: Eltern mit Migrationshintergrund und bildungsferne Eltern müssen besonders hohe Hindernisse überwinden, wenn sie ihre Kinder in die Kita schicken
Blogger: Lesen Sie doch mal den Sprachlog (einen Sprachblog)... oder den Language Log...
Sprachtest für Jurastudierende? Mangelnde Grammatikkenntnisse in der Schule? Alte Diskussion – neue Thesen aus Wismar
Frege Konferenz in Wismar (FAZ)
"Sprachförderung: Unzureichend vorbereitet" – ein Bericht der FAZ zu einer Berliner Konferenz

Auf Deutsch erschienen: Daniel Everett (2013) Die größte Erfindung der Menschheit. Was mich meine Jahre am Amazonas über das Wesen der Sprach gelehrt haben. München: DVA [Orig. 2012: Language. The Cultural Tool. New York: Pantheon]

Das ist ein für die Sprachtheorie und die Auseinandersetzung mit Chomsky ("Rekursion") wichtiges Buch.

Hier ein interessantes Interview des Guardian mit Everett.

Schöne Karte zur Vielfalt der Sprachen in der ZEIT
Der Hochschulpakt wird um 4,4 Mrd. aufgestockt; die Unis brauchen das Geld dringend, schon zum Wintersemester; hoffen wir, dass es bald kommt!

Neu und wichtig zur Sarrazin-Debatte:

Klaus J. Bade (2013) Kritik und Gewalt: Sarrazin-Debatte, "Islamkritik" und Terror in der Einwanderungsgesellschaft. Schwalbach: Wochenschau-Verlag

Ende des Typs Professor als Gelehrter? Thesen zur aktuellen Unikukultur von Klaus P. Hansen
Interview mit Ilkay Gündoǧan (BVB) in der FAZ zum Sport und zur Integration
Neues Buch: Semiya Şimşek (2013) Schmerzliche Heimat: Deutschland und der Mord an meinem Vater. Reinbek: Rowohlt

FAZ Interview: Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma über Armutszuwanderung und Rassismus

Norbert Mappes-Niediek in der taz über den Zuzug von Roma (4.3.2013)

„Keiner weiß, dass wir Roma sind" (taz, 7.3.2013)

Bundespräsident zur Diskriminierung der Sinti und Roma (Süddeutsche 22.3.2013)

Zu Roma und zum Romani

Schimpansen imitieren weniger als gedacht ... Tennie/Call/Tomasello 2012
Türkische Auswanderung aus München... Bericht der SZ
Merhaba – bom dia – Salam – dobryj djen' – dzen dobry – dobar dan – ...
Heute, 21.2., ist Internationaler Tag der Muttersprachen. Zeit, dass sie auch an den Schulen Eingang finden in die praktische Arbeit (Vorlesen, Sprachvergleich, Arbeitsgruppen und und und...)
IDS: Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards

Kritik am Einbürgerungsrecht, das Türken benachteiligt, übt der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), in der SZ. Die Diskussion um die dopplete Staatangehörigkeit der Turkodeutschen auch in der taz.

Man könnte natürlich auch den Eintritt der Türkei in die EU voranbringen... Auch das wird wieder einmal diskutiert und stößt in weiten Teilen der CDU/CSU weiter auf Ablehnung. Beachten Sie: Rumänien ist EU-Mitglied!

Aktuell: Zur Geschichte des Plagiats: Tanjew Schultz "Opfer des anderen Ichs" in der SZ 9.2.12 sowie Johan Schloemann, "Nur die Wissenschaft weiß, was Wissenschaft ist"
Dänemark: Zweisprachiger Unterricht an 200 Grundschulen in Dänemark (Erstsprachen: Arabisch und Türkisch) WAZ
Deutsch lernen in Istanbul: Spiegel Online
Anders als oft behauptet haben sich die Durchschnitte der Uni-Abschlussnoten in den Fächern wenig geändert. SPIEGEL Online.
Zuwanderung kompensiert Bevölkerungsrückgang in Deutschland: Süddeutsche Zeitung
LinK: Mediendienst Integration
Studie mit 60-80Jährigen: Mehrsprachigkeit sorgt für geistige Leistung im Alter
Interview mit dem Islamwissenschaftler Thomas Bauer über Ambiguitätstoleranz, Aufklärung, arab. Frühling, Scharia etc. (FAZ)
Wort des Jahres 2012 ist: Rettungsroutine.  Gefolgt von Kanzlerpräsidentin, Bildungsabwendungsprämie, Schlecker-Frauen, wulffen. Gewählt wurde es von einer Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache.
Grundschulstudie IGLU 2012: Interview mit Prof. Bos, Aufgaben in Spiegel Online
Interview der taz mit dem südafrikanischen Krimiautor Deon Meyer, es geht u.a. um Mehrsprachigkeit in Südafrika und ihren literarischen Ausdruck.
Syrien-Appell: Freiheit braucht Beistand!
Die neue Grammatik ist erschienen: Funktional ist sie, bezieht die Mehrsprachigkeit ein, arbeitet mit authentischen Beispielen und mit poetischen Texten. Sie soll den Hintergrund für einen veränderten Deutschunterricht sowie für DaZ und DaF bilden.
Nordrhein-Westfalenführt islamischen Religiosunterricht ein – als erstes Bundesland. Spiegel Online

Vielleicht eine Sensation, jedenfalls ein Spezifikum des Menschen...
In der sog. Junk-DNA wurde eine genetische Besonderheit gefunden, die es offenbar nur beim Menschen gibt, nicht bei großen Affen (verglichen wurden insgesamt 11 Spezies). Nur der Mensch verfügt über 10 spezifische Nukleinsäuremoleküle (microRNAs), die aus zwanzig bis vierundzwanzig Bausteinen bestehen. Sie hemmen die Genaktivität. Auf diese Weise reguliert eines von ihnen "miR-941 Gene (...), die für Signalübertragungen durch Neurotransmitter im Gehirn wichtig sind und speziell das Sprachvermögen betreffen können." (wissenschaft aktuell, 16.11.12). Insgesamt sind bislang mehr als 1700 menschliche microRNAs bekannt.
Die Nukleinsäure miR-941 ist die einzige, die im präfrontalen Cortex und im Kleinhirn gebildet wird und möglicherweise mit dem Sprachvermögen verbundene Nervenzellen regulieren könnte. Vor ein bis sechs Millionen Jahren könnte sie entstanden sein, und zwar schlagartig. Nun wird in den nächsten Jahren an den Details geforscht.

FoxP2
Das erinnert an das in den 90er Jahren durch die Untersuchung einer englischen Familie, in der Artikulationsstörungen vererbt wurden, gefundene FOXP2, das anfangs von Stephen Pinker als "Sprachgen" i.S. Chomskys gefeiert wurde, allerdings bei vielen Tieren (z.B. Mäusen) vorhanden ist. Die Beeinträchtigung des Gens FOX P2 beeinflusst nur die Sprachfä̈higkeit i.w.S. (multiple Sprachprozessierung, Steuerung und Koordination über verschiedene Hirnregionen). Das Gen existiert in seiner menschlichen Variante seit etwa 500 000 Jahren; auch Neandertaler hatten es. Zuständig ist es nicht fü̈r die Sprachverarbeitung im mentalen Sinn, sondern fü̈r die Feinsteuerung der Artikulationsorgane. Ferner sind zu nennen die Sequenzen HAR1 (zuständig für die Entwicklung der menschlichen Gehirnrinde) und ASPM (zustä̈ndig fü̈r die beim Menschen evolutionär verdreifachte Gehirngröße), das in der menschlichen Entwicklung einen spezifischen Schub erhielt (Pollard 2009; Enard u.a. 2002; Lai u.a. 2002, vgl. Biblio). Allerdings lassen sich hier nur Grundvoraussetzungen der Sprachfä̈higkeit erkennen. Von den genetischen und epigenetischen Entwicklungen, den sprachverarbeitenden Neuronennetzen und zentralen Instanzen des Gehirns (Broca-Zentrum, Wernicke- Zentrum, Basalganglien etc.) bis hin zur menschlichen Sprachfähigkeit und ihren Leistungen bleibt ein weiter Weg bis zu plausiblen Erklärungen.

miR-941
Aus dem Paper in Nature zu miR-941: "In conclusion, we show that the emergence and rapid expansion of miR-941 precursor sequence took place in the human evolutionary lineage between six and one million years ago, and was accompanied by an exceptional increase in miR-941 expression level. The emergence of miR-941 was accompanied by accelerated loss of its binding sites, presumably due to deleterious effects of miR-941-guided regulation. Functionally, miR- 941 could be associated with hedgehog- and insulin- signaling pathways, and thus potentially has a role in the evolution of human longevity. Furthermore, human- specific effects of miR-941 regulation are detectable in the human brain and affect genes involved in neurotransmitter signaling. Deletion of the genomic region containing pre-miR-941 results in disruption of human- specific cognitive functions including language and speech." (19)

Lit.: Hai Yang Hu, Liu He, Kseniya Fominykh, Zheng Yan, Song Guo, Xiaoyu Zhang, Martin S. Taylor, Lin Tang, Jie Li, Jianmei Liu, Wen Wang, Haijing Yu & Philipp Khaitovich (2012) Evolution of the human-specific microRNA miR-941 In: Nature Communications 3, 23 October 2012

Von Martin S. Taylor gibt es folgendes Statement an vielen Orten im Netz: "As a species, humans are wonderfully inventive -- we are socially and technologically evolving all the time. But this research shows that we are innovating at a genetic level too. This new molecule sprang from nowhere at a time when our species was undergoing dramatic changes: living longer, walking upright, learning how to use tools and how to communicate. We're now hopeful that we will find more new genes that help show what makes us human."

"Als in Köln am Rhein noch ein anderer Kardinal waltete, in den 1960er Jahren, stellte er türkischen Arbeitsmigranten die beiden nördlichen Seitenschiffe des Doms für ihre Gottesdienste zur Verfügung. Damals gab es nämlich einfach nicht genug Moscheen in Köln. So breiteten am Ende des Ramadan 1965 Hunderte Muslime ihre Gebetsteppiche im Kölner Dom aus, um das Ende des Fastenmonats mit einem Gottesdienst zu feiern. (...) Beide Seiten sahen diesen Besuch als Akt der Gastfreundschaft, angestoßen durch die katholischen Liberalisierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965)."  (Chrismon 11.2012, 25)

Rechtsextreme Einstellungen haben sich in Deutschland weiter ausgebreitet – zeigt eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Vor zwei Jahren war das noch anders, da aber erschien das Buch von Sarrazin, das bestimmte Einstellungen im Bürgertum salonfähig machte. "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet": Diesem Satz stimmen 30,5 Prozent zu. Ähnlich viele glauben, Ausländer kämen, den Sozialstaat auszunutzen. Von den internationalen Verhältnissen, an denen Deutschland keineswegs unbeteiligt ist, von den Katastrophen an den EU-Grenzen (Mittelmeer) scheint man nichts zu wissen oder (es war schon Tatort-Thema) wissen zu wollen. Erschreckend ist, dass gut 10% einen "Führer" wollen. Was machen eigentlich die Medien? Und die Schulen?

Neu und erwähnenswert zur Frage: Wie schafft man eine erfolgreiche, hörerorientierte Präsentation?
Henning Lobin (2012) Die wissenschaftliche Präsentation: Konzept - Visualisierung - Durchführung. Schöningh UTB

Die taz hat am 12.11.12, einige Seiten zum Responsiv nein und zum Neinsagen. Amüsant.
Vortrag Ludger Hoffmann: Schreiben: beschreiben
7.11.2012 12 Uhr, Audimax TU Dortmund, im Rahmen der Ringvorlesung "Schreiben"
Mein Leben in der Fremde – Kolumne von Kübra Gümüsay in der taz (5.11.12)

"Kinderradio Friedland/Grundschule Friedland"
Empfehlung: Prof. Dr. Katharina Meng hat ein spannendes Projekt mit Grundschülern der vierten Klasse durchgeführt. Die Schüler haben Senioren interviewt und nach ihren Lieblingsspielen und Spielzeugen sowie nach Erfahrungen ihrer Kindheit gefragt. Dabei ist ein wunderschönes Büchlein entstanden, das historische Tiefen und biographische Relevanz hat; zugleich ein didaktisch ausgezeichnetes Projekt, in dem die Schüler viel gelernt haben.

Kinderradio Friedland (2012) Kreiseln, Hopsen, Butter stampfen. Friedland 2012

Bestellungen über: Tourismusverein Friedland Pestalozzistr. 3 15848 Friedland/Niederlausitz Telefon: 033676 45978 |
e-mail: tourismus@friedland-nl.de | Preis: 5.- Euro

Hinweis: E. Winters-Ohle/Seipp, B./Ralle, B. (Hg.)(2012) Lehrer für Schüler mit Migrationsgeschichte. Münster: Waxmann [gute Überblicke zur Lehrerbildungsforschung mit internationalen Bezügen]
Weniger Chancen für Postdocs in den USA...
Woran Barack Obama in der ersten Fensehdebatte gescheitert ist – nach Meinung des Linguisten George Lakoff

Aktuelles Urteil des Arbeitsgerichts Berlin: Zahnarzt, der eine Abiturientin wegen des Kopftuchs nicht einstellte, hat religiös diskriminiert (n.d. Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG)) und muss Schadenersatz zahlen. taz 19.10.12
(
Gilt nicht für öffentliche Arbeitgeber, d.h. Schulen.)

5.10.2012: Ein Test der Kultusministerkonferenz mit Grundschülern der Klasse 4 konstatiert starke Länderunterschiede (kann man Länder/Stadtstaaten überhaupt sinnvoll vergleichen?) und die Probleme von Kindern aus bildungsfernen Familien. Artikel in SPIEGEL-Online. Hier der Bericht des IQB.

Beispielaufgaben des Tests, der sich an den Standards orientiert, sollten kritisch gelesen werden.

Diskriminierung im Bildungsssystem: 4 alltagsnahe Beispiele.
Die digitale Zukunft (Verfügbarkeit von Sprachtechnologie etc.) vieler europäischer Sprachen ist bedroht.
Neu und hoch interessant: die Drei-Religionen-Schule in Osnabrück. "Ein Lernort, an dem christliche, jüdische und muslimische Kinder, Eltern und Lehrer gemeinsam Schule machen" – Programm
"Die Beteiligung an Hochschulbildung ist in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig und zudem sehr stark von der sozialen Herkunft abhängig. Akademikerkinder verfügen heute über eine etwa sechsmal so hohe Chance, ein Studium aufzunehmen wie junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern. Noch immer sind auch die Zugangswege zum Studium sozial selektiv." Ergebnisse einer Studie der Vodafone-Stiftung (10.9.2012)

Tagung: Eine Stadt - viele Sprache, 6.9.2012

Programm Merhaba! Kulturfestival Dortmund 2012 Westfäl.-Märkisches Sudieninstitut, Königswall 44, Dortmund, 13-17 Uhr

Vorträge: Ludger Hoffmann: Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum

Halil Uslucan. Essen, Begabte Migranten

Yüksel Ekinci, Projekt Sprachkompetenz

Woher stammen die indoeuropäischen Sprachen? Bislang wurde nehrheitlich angenommen, das Ursprungsgebiet liege nördlich des Kaspischen Meeres, die Verbreitung sei dann über Nirdeurapa nach Mitteleuropa und andererseits nach Osten (Indien) erfolgt. Das Team um Remco Bouckaert von der University of Auckland versucht in Sciece, die Anatolientheorie wieder stark zu machen, die Verbreitung sei mit landwirtschaftlicher Kultur einhergegangen. (→ TagesschauSF, Science ORF, SZ)

Quelle: science.org n.http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/08/23/Vermischtes/Deutsche-Sprache-kommt-aus-Anatolien

Medienwelten...

Eine Befragung von Menschen mit Wurzeln in der Türkei zeigt, dass 45% zurückkehren wollen - das war die Headline der deutschen Presse. Untergegangen ist aber, dass 78 Prozent sich in die deutsche Gesellschaft integrieren, teilhaben möchten. Über 80 Prozent halten die deutsche Sprache dazu für wichtig.Und 95 Prozent wollen ihre Kinder in deutschen Kindertagesstätten unterbringen. Allerdings: 16% haben schon physische Attacken erlebt, mehr als 2010. (vgl. ZEIT)

Migrantinnen und Migranten machen offenbar beinahe doppelt so häufig Benachteiligungserfahrungen wie die Mehrheit. Das ergibt eine Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit über 9200 Personen, in der Mehrzahl mit Migrationshintergrund.
Besuchen Sie doch mal die Seiten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration
Die taz zur politisch-wirtschaftlichen Situation der Türkei.
Grammatikunterricht: Terminologievorschlag der "Terminologiegruppe"
Ende des Sparens bei den Ärmsten der Armen?
Das Bundesverfassungsgericht bezeichnet die Leistungen für Asylbewerber und Flüchtlinge als "menschenunwürdig" und grundgesetzwidrig. Sie seien unterhalb des Existenzminimums. Sie erheblich anzuheben. (Seit 1993 waren sie nicht mehr erhöht worden.) ARD
Aufschlussreiches Interview mit Klaus J. Bade, einem der wichtigsten Migrationsforscher Deutschlands, in der taz.
"Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen bis 2016 etwa 60 Prozent der Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung als Open-Access-Veröffentlichungen frei zugänglich sein."
Fußball-EM: Lesen Sie doch mal Interkulturelles: Michael Horeni (2012) Die Brüder Boateng. Stuttgart: Tropen Verlag

Historischer Schritt: Der türkische Ministerpräsident Erdoǧan plant die Einführung von Kurdischunterricht an staatlichen Schulen. → Dt.-türk. Nachrichten

Islamisierung im türkischen Bildungswesen? Bericht in der taz, 16.4.12
Medienwissenschaftlerin zur Islamfeindlichkeit in den Medien (taz, 29.3.12)

Berliner Gedenken an die Opfer der Neonazi-Mordzelle

Semiya Şimşek, Tochter des ermordeten Enver Şimşek:

"Heute stehe ich hier, trauere nicht nur um meinen Vater. Ich quäle mich auch mit der Frage: Bin ich in Deutschland zu Hause? Ja klar bin ich das. Aber wie soll ich mir dessen gewiss sein, wenn es Menschen gibt, die mich hier nicht haben wollen? Und die zu Mördern werden, nur weil meine Eltern aus einem fremden Land stammen? In unserem Land, in meinem Land muss sich jeder frei entfalten können. Lasst uns nicht die Augen verschließen und so tun, als hätten wir dieses Ziel schon erreicht." (taz, 24.2.2012)

und
Semiya Şimşek (2013) Schmerzliche Heimat: Deutschland und der Mord an meinem Vater. Rowohlt

"Aus Worten können Taten werden" (Bundeskanzlerin Angela Merkel)

Micha Brumlik in der taz zu den Konsequenzen, die aus der NSU-Mordserie zu ziehen sind.

Ein guter Beitrag zu Genetik und Intelligenz - damit auch zur Sarrazin-Debatte, die in der Provinz noch weiter läuft, ist der von Diethard Tautz in der taz vom 17.3.2012.
"Stunde der Angstmacher" (SPIEGEL Online) - wer wie aus einer nicht repräsentativen Telefonbefragung Kapital zu schlagen sucht ... Wir sind auch nach den Nazimorden noch lange nicht durch mit rechten Gesinnungen und Populismus. Dass wissenschaftliche Studien politisch umgedeutet werden – von einem Minister –, ist bemerkenswert. Geht es nach Aufdeckung der Nazi-Mode weiter wie bisher? (vgl. taz vom 5.3.)
Wissenschaftler gegen Verlagsriesen: Plädoyer für bezahlbare Publikationen

Chancengerechtigkeit in deutschen Schulen - problematisch
Eine neue Studie von Wilfrid Boes, TU Dortmund. Spiegel Online und taz

Der Genetiker Markus Hengstschläger in ZEIT-Online über die Förderung vo Talenten
NRW hat als erstes Flächenland (einstimmig) ein Integrationsgesetz verabschiedet. DasGesetz soll die Integration vor Ort, in den Kommunen fördern, die RAAs werden zu "Kommunalen Integrationszentren" entwickelt.

"Adaption des europäischen Kerncurriculums für inklusive Förderung der Bildungssprache Nordrhein-Westfalen (NRW), Bundesrepublik Deutschland"

Gutachten der RAA zur interkulturellen Elternbeteiligung

"Sprachförderung: Elternmacht bremst Integration" (Spiegel Online)

Eine neue Erhebung des Instituts für Migrations- und Politikforschung der Hacettepe-Universität Ankara sowie des Berliner Meinungsforschungsinstituts SEK-POL/Data4U zeigt: Viele türkischerstsprachige Migranten vertrauen nach der Nazi-Mordseire weniger auf den deutschen Staat und seine Ordnungsfunktion. Befragt wurden 1058 repräsentativ ausgewählte Einwanderer ab 15 Jahren. 55 Prozent der Befragten, "glauben, dass die Rechtsterroristen vom deutschen Staat beschützt oder gar gefördert wurden. Rund ein Drittel von ihnen ist sogar überzeugt, dass es "extreme" staatliche Unterstützung für die Zwickauer Neonazis gab. Nur etwa 21 Prozent glauben dagegen nicht an diese Unterstützung." (SPIEGEL Online)

Der "Zweite Integrationsindikatorenbericht" der Bundesregierung zeigt erhebliche Fortschritte bei der Integration:
Der Anteil der Personen ohne Schulabschluss ist in der zweiten Generation erheblich geringer (2010: 2,8 Prozent) als noch in der ersten Generation (5,7 Prozent) und entspricht fast der Gesamtbevölkerung (2,3 Prozent);
die Erwerbslosenquote bei Migrantinnen und Migranten sank von 18,1 Prozent (2005) auf 11,8 Prozent im Jahr 2010;
der Anteil von Einwandererkindern unter sechs Jahren, die eine Tagesbetreuung in Anspruch nehmen, hat zugenommen. Zwischen 2008 bis 2010 stieg die Betreuungsquote sogar um 34 Prozent an.

Wichtige Forderung: "Auch der öffentliche Dienst muss die Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden. Wir benötigen mehr Beschäftigte mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst als Brückenbauer." Das gilt auch und gerade für die Schule.

Vergessene und übersehene Opfer
Die Wanderausstellung »Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland« des Vereins Opferperspektive e.V. ist vom 11. bis zum 28. Januar in Dortmund. Zu sehen dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr in der Dortmunder Petrikirche.
Warum Demokratie die Geisteswissenschaften braucht. Zu einem Vortrag von Martha Nussbaum und einer Anhörung: Die ZEIT
Es wäre eine Sensation: Raben scheinen Schnäbel gestisch zu verwenden, vergleichbar menschlichen Handgesten. So zeigen sie anderen Raben Objekte wie Steine oder Zweige, um sie zu orientieren. Das haben Simone Pika und Thomas Bugnyar an Vögeln einer Rabenkolonie im Cumberland Wildpark in Grünau, Österreich, herausgefunden.
"Zwangsverheiratungen": Wissenschaftler widersprechen der Darstellung durch Familienminsterin Schröder und geben eine Richtigstellung, die hoffentlich auch gelesen wird - wie die plakativen Berichte Anfang November 2011.

"Was jetzt zu tun ist. Vor-Ort-Initiativen gegen rechte Gewalt und Projekte zur Hilfe von Opfern fordern eine Umkehr in der Politik staatlicher Behörden gegen Rechtsradikalismus." (taz)

"Döner-Morde" Zur Ausgrenzung durch Sprache ein selbstkritischer Artikel in Spiegel-Online

Zur aktuellen Situation in der Türkei ein Artikel von Wendy Kristianasen in Le Monde Diplomatique
50 Jahre Migration aus der Türkei:
„Es war gut, dass Sie nach Deutschland und nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Dass NRW heute ein so starkes, lebendiges und vielfältiges Land ist, das ist auch Ihr Verdienst“ (Integrationsminister Guntram Schneider, NRW. am 14.10.11)

OECD Bildungsbereicht 2011: nach wie vor zu geringe Bildungsausgaben in Deutschland  (1995 noch 5,1 Prozent des BIP, 2008 nur noch 4,8 Prozent), zu wenig Hochschulabsolventen. Deutschland gehört im Vergleich zu den Schlusslichtern, wenig positive Trends. faz

Laut dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden (größten jährliche Haushaltsbefragung in Europa) 2011 kommt beinahe die Hälfte (46%) aller Großstadtkinder in Deutschland aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte in den letzten Generationen. Auf dem Lande sind es 13%. Im Jahr 2010 waren es 31 Prozent.

1.9.2011: heute Sonderseiten der taz: 50 Jahre türkische Einwanderung
30.8.2011: Beginn des Fastenbrechens (Id ul-Fitr) nach Ende des Ramadan im Islam! Allen Muslimen herzlichen Glückwunsch zum Zuckerfest!
Neues zu Gehirnentwicklung und Zweitspracherwerb
Neu erschienen: Hoffmann/Leimbrink/Quasthoff (Hg.) Die Matrix der menschlichen  Entwicklung. Berlin/Boston: de Gruyter

Loriot, das Genie des Humors, tot: Das ist unglaublich, ein schrecklicher Verlust, auch für die Linguistik. Immerhin kommen Loriots Dialoge der Sprachwirklichkeit sehr nahe, enthalten Interjektionen ("ach was") und sind auch schon analysiert worden (das berühmte "Frühstücksei" z.B. von Rainer v. Kügelgen).

"Eine glückliche Ehe ist eine, in der sie ein bisschen blind und er ein bisschen taub ist." (Loriot)

Bericht über einen der ersten türkischen Arbeiter in Deutschland in Spiegel Online

22.6.1941: Beginn des Vernichtungskriegs Deutschlands gegen die Sowjetunion - Millionen Tote. Ein Erinnerungsdatum

Naucz się polskiego: Zu polnischen Migranten und ihrer Integration schreibt Semler in der taz (16.6.), vgl.  auch diesen Artikel in  der taz. Wo wird eigentlich an deutschen Schulen Polnisch angeboten? Bestehende Abkommen (Nachbarschaftsvertrag) sehen das vor.
Noam Chomsky Superstar - FAZ-Artikel anlässlich einer Vortragsreihe von Chomsky in Köln
Die Dortmunderin Yasemin Şamdereli gewann mit ihrem Kinodebüt "Almanya" den Deutschen Filmpreis in Silber. Mehr...
Nach einer Voksabstimmung (54%: Ja) im Kanton Zürich gilt: Schwyzerdütsch ist Unterrichtssprache in den Kindergärten.
Uni Bayreuth legt Abschlussbericht vor: "Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Frhr. zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat." (S. 13)
Duden-Rechtschreibung online zugänglich!

Sarrazin darf in der SPD bleiben – hat er sich Buch geändert, seine Thesen? Kein Kommentar, nur eine Frage: Wie sieht die Migrationspolitik der SPD aus?

"Tatsächlich haben wir unsere Mitbürger dazu erzogen, auf den Islam herunterzuschauen" (Altkanzler Helmut Schmidt, ARD, 2.5.2011)

> Deutsch-Türkische Nachrichten

Khola Maryam Hübsch im FAZ-Net über Frauen im Islam

Wieder Islamkonferenz am 29.3.11 - noch auf gutem Wege? Es gibt Zweifel... taz, Spiegel, FAZ... der Innenminister hatte ja zuvor behauptret, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, die Muslime schon - nicht leicht zu verstehen...

Dazu und zum Journalismus die Glosse von Kübra Gümüsay in der taz.

Einen spannenden runden Tisch hat die taz bereitet: "Ein Streitgespräch zwischen Erika Steinbach, Naika Foroutan, Neco Celik und Thomas Brussig über Heimat, "Leitkultur" und die Schwierigkeit, als gleichberechtigter Bürger anerkannt zu werden."

Ausstellung: Orientalismus in Europa. Von Delacroix bis Kandinsky. Kunsthalle Hypo-Kulturstiftung, München, bis zum 1. Mai 2011. Dazu die Orientalismus-Diskussion, ausgehend von den Thesen von Edward Said nachlesen...
Schauen Sie doch mal ... in den Sprachblog von Anatol Stefanowitsch.
7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland? Eine Hamburger Untersuchung mit 8000 Probanden lässt das schließen, berichtet die taz.

21. Februar: Tag der Muttersprachen (begründet von der UNESCO)

Er sensibilisiert für Minderheitensprachen, die öfter nicht als Schulsprache, Amtssprache oder Publikationssprache anerkannt sind, und dafür, dass viele Sprachen vom Aussterben bedroht sind. Dazu diese Links.

"Plagiat nennt man die gröbste Art von Okkupation, wozu Kühnheit und Unverschämtheit gehört..." (Goethe)


Quelle: http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki [5.4.2011]

Es geht bei der Diskussion um Plagiatsvorwürfe für die Hochschulen nicht um Politik, sondern um die wissenschaftlichen Standards. Wissenschaft zielt auf neue Erkenntnis durch Forschung. Ihre Ergebnisse sind nur verlässlich, wenn man sich auf die Einhaltung methodischer Standards verlassen kann, wie sie in den Disziplinen ausgeprägt sind. Plagiate sind nicht erlaubt, werden sanktioniert. Es kann nicht mit unterschiedlichem Maß gemessen werden. Leider wird dies in der politischen Diskussion oft vergessen: Man fügt der Wissenschaft in Deutschland erheblichen Schaden zu, wenn für Prominente andere Standards gelten sollen, es sich um lässliche, unabsichtliche Fehler handelt.

Offener Brief von Doktoranden an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel

Kann man sagen: Herr G. hat ein Buch geschrieben, aber er hat es nicht mit Absicht getan?

Leider ist die Universität Bayreuth bei der Aberkennung des Titels den leichten Weg - ohne Prüfung der Täuschungsabsicht - gegangen und hat sich damit möglicherweise geschadet. Die Bundeskazlerin, Dr. Angela Merkel, dazu: "Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn." (FAZ, 25.2.2011)

"Der in Bayreuth lehrende Staatsrechtslehrer Oliver Lepsius sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Donnerstag: „Wir fühlen uns getäuscht. Wir sind einem Betrüger aufgesessen.“ Lepsius, seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre, fügte mit Blick auf den Ruf der Fakultät hinzu: „Wir gehören zu den zehn besten rechtswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland.“ Verflechtung durch Spenden an Uni? Die Zeitung „Der Tagesspiegel“ berichtete, die Universität Bayreuth habe während der Promotion Guttenbergs Spenden von einem Unternehmen erhalten, in dessen Aufsichtsrat Guttenberg damals saß. Die Rhön Klinikum AG habe nach eigenen Angaben zwischen 1999 und 2006 für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät insgesamt 747.764,36 Euro überwiesen. Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat der Rhön Klinikum AG, seine Familie hielt dort ein Aktienpaket." (FAZ 25.2.2011)

Offener Brief der Münchner Wissenschaftler an den bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (Spiegel Online) Weitere kritische Stummen: Spiegel-Online

Kommentar von Gregor Walter-Drop in der FAZ..

Zur aktuellen Diskussion wird man die Rezension der Diss. von Guttenberg durch Andreas Fischer-Lescano für die "Kritische Justiz" und dies Wiki zur Kenntnis nehmen müssen: guttenplag. Aber: Es geht weniger um einen Einzelfall, sondern um die Grundlagen wissenschaftlichern Arbeitens.

> Wie man richtig studiert...

Erfolg für die Ägyptische Revolution: Rücktritt von Mubarak
Stellungnahme der Konferenz “Sprachlehrforschung und Pragmatik”, Universität Leipzig, 4.+5.2.2011, für die Demokratie-Bewegung in Ägypten

Revolutionen, Umbrüche, Debatten in der arabischen Welt: Hier ist ein Blick auf Al-Dschazīra / al-Ǧazīra oder Al Arabija interessant. In der ZEIT gab es Berichte aus dem Alltag der ägyptischern Revolution, darunter ein Text über den Linguisten Basem Schoiab.

Lektüretipp: Alaa al-Aswani (2007) Der Jakubijân-Bau. Basel: Lenos Verlag

Ute Andresen zur Verwirrung um die Ausgangsschrift in der taz.
Zur "Grundschrift" vgl. die Seite des Grundschulverbandes und diese Übersicht.

Braucht man für Zahlen und Mengen Wörter, eine Sprache? In dem Aufsatz "Number without a language model" präsentieren Elizabet Spaepen et al. Belege dafür, Bericht in Spiegel Online.

Mehrsprachige sind bessere Problemlöser - ergab eine Studie. Eine andere:
Mehrsprachigkeit kann den Ausbruch von "Alzheimer" verzögern. Und: Zweisprachige Kinder lassen sich nicht so leicht ablenken.

Pisa macht die Schulen nicht besser: nun auch eine Kritik von erziehungswissenschaftlicher Seite an Pisa, Autor: Hans Brügelmann, in der ZEIT.
Schlimme Handschrift und überflüssige Ausdrücke bei Studis? Darf man relevant; diesbezüglich; nichtsdestotrotz; adäquat; eigentlich; zum Kern der Sache kommen; auflisten; grundsätzlich; zweifelsohne; bzw.; ohnehin; irgendwie; quasi... nicht schreiben? Thomas Hoeren, Münster, in der DUZ
18. Dezember: Internationaler Tag der Migranten
"Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2000 den 18. Dezember zum Internationalen Tag der Migranten ausgerufen. Zehn Jahre zuvor, am 18. Dezember 1990, hatte die UN-Vollversammlung die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen angenommen. Darin heißt es in Artikel 8, dass es Migranten freisteht, "jeden Staat einschließlich ihres Herkunftsstaats zu verlassen." Dieses Recht wird durch einige Ausnahmen - etwa wenn die nationale Sicherheit oder die öffentliche Gesundheit bedroht ist - eingeschränkt. Bislang ratifizierten nur 15 Staaten die Konvention. Deutschland gehört nicht dazu. Rund 200 Millionen Menschen gelten nach UN-Angaben als Migranten. Die Zahl stieg im vergangenen Jahrzehnt jährlich um sechs Millionen und nimmt schneller zu als das Wachstum der Weltbevölkerung." (Tagesschau.de) Dort auch Bericht über die "Malteser Migranten Medizin", die Menschen behandeln, die nicht krankenversichert sind, z.B. "Illegale".
Taz heute - 7.12. - als "Deutschland-Taz" mit interessanten Texten, u.a. von Zaimoglu, Cohn-Bendit... Lesenswert (bis auf das Sarrazin-Interview)

PISA und nichts Neues: Untersucht wurde 2010 u.a. die Lesekompetenz: Deutschland ist weiter im Mittelfeld - bei leichter Verbesserung. In dern Naturwissenschaften und der Mathematik sind die Forschritte größer. Darstellung bei  der ARD und Spiegel-Online.

In Deutschland ist man weniger tolerant gegenüber Muslimen als in Nachbarländern? Und öfter antisemitisch?
Prof. Pollack (Münster) hat eine Umfrage in Westeuropa gemacht - mit brisanten Ergebnissen.
Zitat: "Während Niederländer, Franzosen und Dänen mehrheitlich positiv über Muslime denken (zu 62 %, 56 % und 55 %), gilt das in Deutschland nur für eine Minderheit von 34 % (West) und 26 % (Ost). Der wichtigste Grund dafür ist die Häufigkeit der Kontakte, wie das Forscherteam herausfand: „Je öfter man Muslime trifft, desto eher sieht man sie generell positiv“, erläuterte Pollack. So geben im Westen etwa 40 % an, zumindest einige Kontakte zu Muslimen zu haben, im Osten nur 16 %. In Frankreich, dem Land mit dem positivsten Islambild, sind die Kontakte mit 66 % am häufigsten."

Ähnliche Ergebnisse hat auch Prof. Wilhelm Heitmeyer aus Bielefeld in der aktuellen Ausgabe seiner Studien zu "Deutschen Zuständen" erlaten. Hier beunruhigt, dass nun auch in den bürgerlichen Mileus die Islamfeindlichkeit wie auch der Antisemitismus sich im Rahmen eines wachsenden Rechtspopulismus weiter ausgebreitet haben, das Bürgertum "verrohe"  Sarrazin lässt grüßen. Die Taz berichtet übder diese Studie.

Studierende im Ausland: Nur Wenige (von 2000 Befragten) fühlen sich von Deutschland als Arbeitsland angezogen, zeigt eine Befragung der Professoren Schwaab und Schäfer (HS Pforzheim). Besonders skeptisch: türkische Studierende, die schon Erfahrung mit Deutschland hatten.
Integrierte Deutsche richten einen bemerkenswerten Appell an die Bundeskanzlerin, gegen die "Verdummung":
"In Deutschland leben fast 16 Millionen Zuwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund. Die Debatte, so wie sie geführt wird, beschädigt und verletzt uns. Sie beschädigt auch die Motivation unserer Kinder, sich in Deutschland zu integrieren. Wir fordern deshalb von der deutschen Politik, dass sie sich endlich zu uns bekennt"
Deutsche Lehnwörter im Polnischen hat eine Gruppe, initiiert von Andrzej de Vincenz, fortgeführt von Gerd Hentschel, lexikographisch erfasst.
Eberhard Straub: Nachhilfe für Sarrazin. Ein guter Artikel zu Islam und Europa in der ZEIT.

Freitag, 22.10.2010: Grundsteinlegung der deutsch-türkischen Universität in Istanbul mit dem türkischen Präsidenten Gül und dem Bundespräsidenten Wulff.
Die Universität wird auf einem zwölf Hektar großen Gelände auf dem asiatischen Teil Istanbuls - nahe Beykoz - entstehen. Sie wird 5000 Studierende und alle klassischen Fakultäten (außer Medizin) aufweisen. Deutschland wird Professoren entsenden und an den Studienplänen mitarbeiten. Start ist Herbst 2011.
Das ist ein wichtiges Projekt für die Beziehungen dieser Länder, deren akademischer Austausch noch nicht genug entwickelt ist. Rita Süssmuth, früher Professorin an der Universität Dortmund, hat sich um dieses Projekt große Verdienste erworben.

Lehrerin gegen Noten: Sabine Czerny im Interview der Taz

"Der Hase vor dem Taj Mahal Mit Weihnachtsgeschichten können viele Schüler aus Migrantenfamilien nichts anfangen. Lehrbücher und Schulen versuchen, auch andere Kulturen einzubeziehen", Lalon Sander in der Taz

Kulturelle Offenheit bei Grundschülern...1000 Erstklässler befragt
Schon wieder Schulhofdebatte? Die hatten wir 2006, notfalls bitte nachlesen. Neue Aspekte gibt’s nicht. Neue Gründe, das wieder hervorzuholen, vielleicht schon (s. Kommentar rechts).
Deutscher Buchpreis für eine Migrantin und transkulturelle Autorin: Melinda Nadj Abonji, die mit 5 Jahren aus Serbien, wo ihre Familie zur ungarischen Minderheit gehörte, in die Schweiz kam. Sie schreibt deutsch und tritt als Musikerin auf. In ihrem Roman werden "die Dinge [...] beim Namen genannt" (FAZ)
Melinda Nadj Abonji: „Tauben fliegen auf“. Roman. Verlag Jung und Jung, Salzburg 2010.

"Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland." (Bundespräsident Christian Wulff, 20. Jahrestag der Einheit)

Zur unsäglichen Debatte in Presse und Politik fällt einem wenig ein. "Migrationsforscherin Naika Foroutan von der Humboldt-Universität Berlin: "Wenn man Muslime immer wieder mit den Wörtern von Kriminalität, Integrationsverweigerung und Bildungsrückstand, sogar teilweise mit genetischen Defekten und Unzucht in Verbindung bringt, dann ist das etwas, was gefährlich ist." Nach Recherchen von "Report Mainz" bekommen Wissenschaftler, die sich kritisch zu den Thesen Sarrazins äußern, Morddrohungen und hunderte Hass- beziehungsweise Droh-E-Mails." (Spiegel Online)

Rechtsextremismus in der Mitte
Eine Studie der Ebert-Stiftung bringt erschreckende Ergebnisse: Jeder Zehnte (mindestens) ist rechtsestrem, wünscht sich einen "Führer". Wie steht es mit der Verantwortung unserer Politiker?

Multikulti "sei absolut gescheitert" sagt die Kanzlerin am 16.10.2010. Nur: Gab es überhaupt so ein Projekt? Und was soll man unter "Multikulti" verstehen? Warum die Abkürzung? Mehr hier.

Hilal Sezgin, "Hau den Muslim"
Hilal Sezgin (Hg.)(2011) Manifest der Vielen: Deutschland erfindet sich neu. Berlin: Blumenbar

Zur Islamdebatte auch: Straub und Bahners, Die Panikmacher (FAZ-Auszug)

"Zum 20. Jahrestag der deutschen Vereinigung wenden sich Intellektuelle gegen die Ausgrenzung von Migranten."

Das ist wichtig, reklamiert doch die Presse (z.B. Bild und Spiegel) unter Sprüchen wie "das wird man doch noch sagen" dürfen das Recht, Minderheiten zu diskriminieren, rassistische Thesen zu verbreiten und falsch verstandene wissenschaftliche Ergebnisse zu verbreiten. Ist dann bei Springer auch der Antisemitismus kein Tabu mehr? Man wird ja noch fragen dürfen...

Wie kann man eine gute Handschrift lehren? Bedenkenswerte Vorschläge von Ute Andresen in der Taz.
Gegenüber früher hat sich in diesem Bereich sehr viel geändert, offenbar nicht zum Guten - auch methodischer Dogmatik geschuldet ("Lesen durch Schreiben" und ähnlich fragwürdige Ansätze). Die Problematik der Vereinfachten Ausgangsschrift, die Vorzüge der alten DDR-Schulschrift sieht man heute deutlich. Und hier ist Teil 2.

Erinnerung an die Wirklichkeit
20.000 Ausländer stehen auf Wartelisten: Sie wollen einen Integrationskurs besuchen. Doch der Staat finanziert nur jene Aspiranten, die einen Rechtsanspruch haben (ZEIT Online 22.9.10)

Offener Brief deutscher Musliminnen und Muslime an den Bundespräsidenten Christian Wulff (13.9.2010)
Lehrer mit eigener Migrationsgeschichte als Vorbild und Helfer... spiegel online

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard für seine Haltung ausgezeichnet: "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut".
Fragen: Wieviel Mut erfordert es, einen solchen Preis zu verleihen?
Wieviel Mut erfordert es, einen solchen Preis jemandem zu verleihen, der Jesus-Karikaturen gezeichnet hat?

Welche Wirkung hätte eine solche Aktion auf Kirche und Christen im Lande, welche Wirkung hat die Aktion auf gläubige Muslime?

Die Muslime feiern heute (9.9.) zum Ende des Ramadan das Zuckerfest - herzlichen Glückwunsch!

Türkisch im Hinterzimmer der deutschen Gesellschaft...
...ein empfehlenswerter Kommentar zur Lage von Kübra Yücel in der taz vom 1.9.2010.

Rassismus? Kulturelle Diskriminierung? Medienhype um gestrige Thesen? Zu Sarrazin...

Gunilla Fincke vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration stellte am 10.9.10 eine Studie über die wirtschaftliche Selbstständigkeit von Migranten vor. Entgegen Sarrazin ist der Anteil der Migrantenunternehmer groß. 12 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte sind selbstständig, bei Herkunftsdeutschen sind es mit 14% wenig mehr. Bei Neugründungen liegen Menschen mit Migrationshintergrund sogar vorn. Quelle: taz

"Die Bild-Zeitung benutzte Sarrazin wie ein Bauchredner seine Puppe" Gespräch von Eren Güvercin mit Wolfgang Lieb "NachDenkSeiten" auf Telepolis

Naika Foroutan: Wer ist wir? Wie mich die Sarrazin-Debatte zur Verteidigung der Muslime zwang.

Hat der bekannte Biologe Marc Hauser Daten gefälscht? So steht es in der New York Times vom 20.8.2010. Vgl. auch den aktualisierten Wikipedia-Artikel. Oder diesen Blog.
Hauser wurde linguistisch bekannt durch: Hauser, M.T./Chomsky, N./Fitch, W.T. (2002) The Faculty of Language: What is it, who has it, and how did it evolve? In: Science 298, 1596-1579 [Evolution und die Chomsky-Theorie] sowie Fitch, T. W., Hauser, M.D./ Chomsky, N. (2006) The Evolution of the Language Faculty: Clarifications and Implications. In: Cognition 97, 179-21. Verbreitet auch: Hauser, M.T. (2001) Wilde Intelligenz. Was Tiere wirklich denken. München: Beck

Neue Datenbank zu Lehnwörtern in 41 Sprachen
"The World Loanword Database (WOLD), edited by Martin Haspelmath and Uri Tadmor, is a scientific publication by the Max Planck Digital Library, Munich (2009). It provides vocabularies (mini-dictionaries of about 1000-2000 entries) of 41 languages from around the world, with comprehensive information about the loanword status of each word. It allows users to find loanwords, source words and donor languages in each of the 41 languages, but also makes it easy to compare loanwords across languages" (http://wold.livingsources.org/ [28.8.2010]).
Von der Mercator-Stiftung unterstützte / geförderte Publikationen aus dem DaZ-Bereich finden sich hier.
Das Elitestipendium (300 familienunabhängige Euronen) kommt nun doch noch bundesweit - aber nur für sehr wenige...
Der Beitrag des Bundes ist sehr knapp. Vor allem bleibt es bei der unseligen Sponsorenkonstruktion. Und bei den unsozialen Effekten, die lange bekannt sind. Schon in NRW war die Erfahrung, dass für Studierende der Geisteswissenschaften oder des Lehramts praktisch nicht gespendet wurde. Das müsste z.B. das Land machen, wenn es denn gute Lehrer will... Die Wissenschaften von Sprache und Kultur, viele international angesehen, müssen besonders gefördert werden. Oder kann bald Lehrer sein, wer einen Gymnasialabschluss hat?

Ist die Universalgrammatik Chomskys doch nicht universell? Haben Natives Probleme mit komplexeren Sätzen? Das möchte Ewa Dabrowska belegen. > Link
>
Zu ihren Schriften auf ihrer alten Sheffield-Seite

DeukischeGeneration sammelt Strafanzeigen gegen Bundesbanker T. Sarrazin, der unsägliche - von vielen für rassistisch gehaltene - Thesen vertreten hat wie „Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer“ (durch Zuwanderung), aber erstaunlicherweise noch Mitglied der SPD ist.
Neuausgabe des Readers "Sprachwissenschaft" (2010)
Das Buch gibt es seit 1996, nun hat sich Einiges geändert. Neuere Theorien im Bereich der Grammatik waren zu berücksichtigen. Spracherwerb und Interkulturalität sind stärker gewichtet.
Bachelor-Studiengänge ziehen eine kompaktere Studienweise nach sich, erfordern gleichwohl eine Kenntnis auch der Fachgrundlagen und eigenständiges Erarbeiten von Grundtexten einer Wissenschaft. Eine veränderte Studienorganisation darf nicht dazu führen, den Lernenden Wissen nurmehr in ausgedünnter Form zu servieren. Es wurden die didaktischen Texte und der Anteil von Aufgaben verstärkt, damit ein Einsatz im Studium unterstützt wird. Das Buch wählt weiter den Zugang über klassische Texte, die zu lesen immer lohnt. Neu aufgenommen wurde etwa Leonard Bloomfield, dessen Buch „Language“ zu den bedeutendsten der Sprachwissenschaft gehört. Es werden gegenwärtig diskutierte Ansätze vermittelt (beispielsweise das Verhältnis von Sprache und Kultur (Tomasello (Kap. A), Günthner, Heeschen, Rehbein), die Prototypensemantik (Löbner), die Grammatikalisierungsforschung, (Haspelmath) die Optimalitätstheorie (Müller), die Konstruktionsgrammatik (Goldberg, Tomasello (Kap. F)).
Israel - Palästina - Deutschland - politische Kritik: Streitgespräch Hafets / Kramer in der taz

Der Süden besser - aber sozial ungerechter! Ein Skandal, auf den wohl wieder nur mit neuen Texts und nicht mit einer Förderinitiative reagiert wird
Die Schüler aus Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg sind in einem Test (Leseverständnis. mündliches Textverständnis), der auf der Basis der Bildungsstandards konzipiert war, erfolgreich gewesen. Sachsen und Rheinland-Pfalz haben auch gut abgeschnitten. Am Ende des Rankings finden sich die Stadtstaaten (Bremen, Hamburg, Berlin), die den höchsten Anteil (30%) an Kindern mit Migrationsgeschichte haben.
Wieder einmal zeigt sich die extreme Abhängigkeit der Leistungen von der sozialen Herkunft. Kinder "oberer Schichten" haben im Vergleich zu Schülern aus Facharbeiterfamilien auch bei gleicher Intelligenz eine 4,5 x so große Chance, ein Gymnasium zu besuchen, in Baden-Württemberg und Bayern sind die Chancen von Akademikerkindern gegenüber Facharbeiterkindern ca. 6,5 mal so hoch - bei vergleichbarer Intelligenz und Lernkapazität. Jugendliche türkischer Erstsprache hatten in den Bereichen Lesen und Textverständnis große Probleme. Skandalös - aber wenn das große Geld in große Testinstitute, Bildungsforschungsprojekte etc geht, statt in bessere Fachdidaktik, individuelle Förderung, kleinere Lerngruppen, gemeinsames und solidarisches Lernen... dann ist das so und ändert sich auch nicht.
Gespräch mit Bildungsforscher Baumert (Tagesspiegel) oder im Spiegel, kritisch zu lesen.

Besser integriert - mehr Vertrauen? Neue Studie zur Integration
Das besagt das neue Gutachten des unabhängigen Sachverständigenrates für Integration und Migration (SVR), das am 19.5.10 vorgestellt wurde.  Die Integration sei nicht gescheitert, das Vertrauen zu den Deutsch vergleichsweise hoch. Befragt wurden 5600 Bürger. Die Interviewer sprachen Russisch und Türkisch. Mehr und Statistik bringt die SZ...
Krisengipfel gescheitert
Bundesbildungsministerin Annette Schavan stellte nach dem Bologna-Krisengipfel für die nächsten zehn Jahre (!) zwei Milliarden Euro für einen "Qualitätspakt" zur Verbesserung des Studiums und eine "Akademie der Lehre" zu realisieren. Wiederum wird nach dem Vorbild des Marktes ein Wettbewerbsmodell installiert, das am Ende für die Masse und in der Breite wenig brint. So hat der Wissenschaftsrat 1,1 Milliarden Euro pro Jahr (!) zusätzlich gefordert, um die Lehre an den Hochschulen wirklich verbessern zu können. Die nächste Konferenz ist in einem Jahr. Und: die G8-Jahrgänge kommen bald!
Der Neandertaler und wir: ein Durchbruch für die Anthropologie
Die Leipziger Paläogenetiker um Swante Pääbo hat wieder etwas herausgefunden: Im Genom von Europäern und Asiaten finden sich (kleine) Neandertaler-Anteile. Was zeigt, dass es zu Vermischungen der Gruppen (vermutlich in Vorderasien/Europa) gekommen ist, nachdem sie den afrikanischen Ursprungskontinent verlassen haben. Für Afrikaner gilt dieser Befund nicht.
Früher wurden solche Beziehungen von den meisten Anthropologen bestritten.
Zu 99,7% ist das genetische Material identisch. Noch aber ist dieses Material - gewonnen aus Knochenmehl - nicht komplett entschlüsselt. Wir wüssten gern mehr über die kognitiven Unterschiede, über mögliche Überlebensvorteile, über die Sprachfähigkeit (beide hatten das Gen FoxP2, auch die Neandertaler konnten wohl sprechen).
Texte zu den neuen Ergebnissen in Science.
Offen ist auch: Warum ist die kleine Gruppe der Neandertaler (ca. 7000-10000 waren es gegen Ende) ausgestorben?
Das Netz als Hölle - Bazon Brock äußert Bedenkliches über Internet, Wissenschaft und Universität
Wunder gibt es immer wieder ... sang mal Katja Ebstein. So muss man Meldungen werten wie Kroatisches Mädchen erwacht aus dem Koma und spricht fließend Deutsch/Chinesisch ..., die derzeit durch gewisse Medien geistern. Vor solchem Quark schützt ein Studium der Linguistik.
Studierende auch im Bachelor arbeiten hart, Stipendien sind für Wenige, der Bildungsstatus der Eltern ist weiterhin wichtig
Das zeigen alle Erhebungen, auch die jüngste des Studentenwerks. Die meisten müssen ja auch noch Geld verdienen. Stipendien wären ein Ausweg, kommen aber bei den Stiftungen eher Betuchten zugute. Die neuen Leistungsstipendien sind dünn gesät, sie erfordern ja eine hälftige Mitfinanzierung durch die Wirtschaft und kommen meist wirtschaftsnahen Fächern zugute, so dass die Lehrerausbildung weitgehend leer ausgeht: Hier müsste deren Hauptabnehmer, das jeweilige Bundesland, kofinanzieren - und zwar spürbar -, wenn es Interesse an an guten Lehrern/Lehrerinnen hat!
Ossi bezeichnet keine ethnische Gruppe - befand das Stuttgarter Arbeitsgericht in einem Diskriminierungsprozess, also könne man so nicht diskriminiert werden (- Ossi hatte ein Arbeitgeber auf den Bewerbungsunterlagen vermerkt). → ARD. Andererseits: jemand wurde unzter der Bezeichnung"Ossi" abgelehnt, also weil sie aus dem Osten Deutschlands kommt. Und das ist keine Diskriminierung?
Der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) sucht die interessantesten Geschichten aus den drei Kulturhauptstädten Europas 2010 Austauschstudierende im Ruhrgebiet sowie deutsche Studierende und Deutschlernende in Pécs und Istanbul können mitmachen!
Der Linguist Noam Chomsky erhielt am 24. März 2010 in Stuttgart den Erich-Fromm-Preis. Hier ein Interview.

Der DAAD veröffentlichte am 25.2.10 ein begrüßenswertes Memorandum zur Förderung und zum Erhalt des Deutschen als Wissenschaftssprache:

"Wissenschaftssprache wird hier in einem weiten Sinn verstanden als die Sprache der Lehre an den Hochschulen, der Kommunikation zwischen Forschern auf Kongressen und im wissenschaftlichen Alltag sowie die Sprache der Publikationen mit ihrer je spezifischen Terminologie. Die deutsche Wissenschaftssprache ist ein historisch gewachsenes, traditionsreiches und komplexes Gut. Sie stellt eine essentielle Ressource wissenschaftlicher Erkenntnis und Kreativität dar und gewährleistet die Vitalität der Gemeinsprache sowie die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse an ein nicht-wissenschaftliches Publikum. (...)

In der Vielzahl unserer Förderprojekte wird täglich deutlich, welche Bereicherung es bedeutet, Deutsch als Wissenschaftssprache zu beherrschen. Die sprachliche Identität des Wissenschaftsstandorts Deutschland zu wahren und weiterzuentwickeln ist auch Aufgabe des DAAD selbst in seiner Rolle als weltweit aktiver Mittlerorganisation. Der DAAD verpflichtet sich daher, in der eigenen Kommunikation nach innen wie nach außen darauf zu achten, dass das Deutsche prioritär und das Englische und weitere Fremdsprachen in Ergänzung verwendet werden. Das Ziel der internationalen Verständigung soll auch hier in einer systematischen Mehrsprachigkeit sichtbar werden."

Veröffentlicht wurde vom DAAD auch die Broschüre „Die deutsche Sprache in der Welt“.

> Zur Aktion des Auswärtigen Amtes "Deutsch - Sprache der Ideen"

21. 2. 2010: Internationaler Tag der Muttersprache der UNESCO: Jeden Tag stirbt eine Sprache aus.

Frisch erschienen: eine ethnographische und linguistische Darstellung von Erfahrungen mit der Kultur der Pirahǎ:
Daniel Everett (2010) Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahǎ-Indianern am Amazonas. München: DVA.
Die Sprache Pirahǎ zeigt Besonderheiten in vielen Bereichen: Numerus, Quantoren, Einbettung.... Für Everett ist sie nicht rekursiv; Rekursivität ist für Chomsky das Merkmal, das menschliche Sprachfähigkeit charakterisiert. Das Buch bringt zugleich die Lebensgeschichte von jemand, der als Missionar des evangelikalen "Summer Instituts of Linguistics"ausgezogen ist, den Pirahǎ den christlichen Glauben zu bringen .... und was daraus geworden ist. Zum Pirahǎ auch dieser Aufsatz von Everett. Hier die Homepage von Dan Everett. Näheres zum sprachlichen Relativitätsprinzip in meinem "Kleinen ABC".

Die Sprache Bo ist mit der letzten Sprecherin ausgestorben, berichtet Wissenschaft aktuell. Gesprochen wurde Bo auf den Anadamen im Indischen Ozean, die Sprachfamilie soll auf die Jungsteinzeit zurückgehen. Leider ist vom Bo nicht viel dokumentiert worden (die indische Fortscherin nvita Abbi von der Jawaharlal Nehru University in Delhi hat sich damit befasst) - hoffen wir, dass es anderen kleinen Sprachen besser geht und Feldforscher so viel aufzeichnen, dass das Sysrtem rekonstruierbar bleibt. Wir wissen vergleichsweise wenig darüber, wie  sprachliche Urzustände ausgesehen haben.

Wieder einmal diskutiert: Haben Kinder kognitive Vorteile, wenn das Zahlensystem ihrer Erstsprache einfacher aufgebaut ist? Wenn man im Deutsche zwanzig-eins statt einundzwanzig sagen würde? Was aber würde eine Umstellung bedeuten?
Stottern genetisch? Eine neue Studie hat Belege, dass bei einigen Fällen des Stotterns eine Genmutation zugrunde liegt. Kurzdarstellung auf Wissenschaft Aktuell.
Bewerbungsschreiben: Diskrimierungen aufgrund des (z.B. türkisch erscheinenden) Namens? (Spiegel online)
Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU), im Interview der taz zum Schulsystem. Wie sieht er die Zukunft von Jugendlichen mit "Migrationshintergrund"?
Gerichtssprache in Deutschland ist nicht mehr ausschließlich Deutsch? Berichtet die FAZ.

"Aufklärung ist nicht abgeschlossen" - unter diesem Titel findet sich in der taz vom 29.12.09 ein interessantes Interview mit dem Theologen und Menschenrechtler Heiner Bielefeldt zu Fragen des Islam, der Menschenrechte etc.

In Spiegel-Online war am 4.1.10 ein interessantes Interview mit dem Islamwissenschaftler Peter Heine zu "Islam und Gewalt".

Am Gipfel abgestürzt: munter in die Klima- und Bildungskatastrophe
Am 19.12. ist der Internationale Klimagipfel gescheitert. Wie beim deutschen Bildungsgipfel waren die Politiker nicht bereit, sich zu bewegen, auf Kompetente zu hören und für die Zukunft zu sorgen. Den Ländern, die Unterstützung brauchen, sind die Reichen - und für das Desaster vor allem Verantwortlichen - kaum entgegengekommen, viele denken nur innenpolitisch. "Klimakanzlerin", "Bildungsrepublik"? Dazu gehört mehr. Schlagworte waren gestern, schmelzende Gletscher sind Gegenwart.Und dann: Eine Erklärung, die nur zur Kenntnis genommen wird?

Bildungsgipfel am 16.12.2009 - 16 Mrd. mehr, aber die Finanzierung wird erst im Juni 2010 geklärt
Bund und Länder können mal wieder nicht kooperien - Folge der unseligen Bildungszuständigkeit der Länder, die zu immer neuen Blockaden führt. Das ist ein Nullergebnis, denn es bringt Deutschland nicht mal ins Mittelfeld der OECD-Länder, es werden in die Steigerung Ausgaben eingerechnet, die nichts bringen (fiktive Mietkosten von Uni-Gebäuden, private Kita-Beiträge, ermäßigte Mehrwertsteuer für Bücher etc.). Und: Die Steuersenkungen werden den Ländern keinen Spielraum lassen. An den Unis setzten sich die katastrophalen Zustände - bedingt durch Unterfinanzierung - fort, für die Lehre fehlt das Geld und vor allem die Stellen, die Geisteswissenschaften und die Lehrerausbildung werden weiter ausgetrocknet. Dann kommen noch die doppelten Abiturjahrgänge...
Die Unis brauchen: mehr Professoren, bessere Bedingungen und Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, studierbare und gut betreute Studiengänge, mehr Räume, weniger Abhängigkeit von externer Finanzierung und Dominanz der Forschung, neue Wertschätzung klassischer Vermittlungsformen (Publikationen, auch Bücher) und Zugang zur öffentlich finanzierten Wissenschaft für alle (open access) ...
Die Schulen brauchen: mehr und besser ausgebildete, auch auf die gesellschaftliche Mehrsprachigkeit vorbereitete Lehrer, besser entwickelte Fachdidaktik und bessere fachliche Fundierung, kleine Klassen, individuelle Förderung (statt Aufbewahrung), Integration Behinderter, weniger Ökonomisierung ...
Beide brauchen schlicht: erheblich mehr Geld, erheblich mehr Personal. Und vernünftige Räume.

Antworten auf (viele) ungewöhnliche Fragen an die Wissenschaft bringt eine Seite der Cambridge University: "The Naked Scientists". Darunter z.B. die Frage "Is Grammar Hard-Wired?"

"Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt" (Titel des Magazins brand eins, 11/2009)

Bildungsstreik - war was? Notiz zur Bildungskatastrophe
Nach den stud.Protestaktionen das gewohnte Bild: Vielleicht wird BAFÖG erhöht, geplant ist schon im Koalitionsvertrag ein "Bildungssparen" (analog zum Bausparen. Heißt das: Bezahlt doch Eure Hochschulbildung bald ganz allein? Kein frisches Geld für Stellen und Räume und Sachen in die Unis? Stattdessen: noch mehr Studierende - zumal in die schon lange an vielen Orten überlasteten Geisteswissenschaften. Für die "doppelten Abiturjahrgänge", die schon unter der unzulänglichen G8-Reform leiden mussten, bahnt sich eine schwierige Zeit an. Wenn nichts geschieht. Wenn Steuerleichterungen das Geld der Länder auffressen.

Zur Bildungskatastrophe gehört auch eine akzeptierende Öffentlichkeit. Sowie zur aktuellen Politik, zu den laufenden Kriegen ein willfähriger ("embedded") Journalismus gehört. Ein Beispiel dafür hat die katastrophale Sendung von Anne Will am 29.11. geliefert.

Buchtipp: LE MONDE diplomatique (2009) Atlas der Globalisierung. Berlin: taz
OECD-Studie zeigt Skandal: Kinder von Migranten haben schlechtere Berufschancen als andere. Das gilt besonders auch für Hochqualifizierte. Schaut man auf den Namen in der Bewerbung? Weniger Qualifizierte haben nach der OECD-Studie eher Chancen, insofern sie familiäre Netze nutzen können (Job beim Onkel etc.).  Im öffentlichen Dienst sind nur drei Prozent der 20 bis 29-jährigen Migrantenkinder - sonst jeder zehnte. Quellen: OECD  taz 16.10.09 
"Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch." Das soll nun ins Grundgesetz (Koalitionsverhandlungen CDU - FDP). Nach Zweck und Ziel darf gefragt werden.
Der CDU-Bundesparteitag in Stuttgart hatte bereits einen solchen Zusatz im Artikel 22  des Grundgesetzes beschlossen. Amts- und Gerichtssprache ist Deutsch ohnehin (GVG § 184). Was bedeutet das nun für Mehrsprachige? Was für die Schulen?
"Der CDU-Beschluss ist die Fortsetzung einer aversiven Politik gegen Einwanderer". Und: "Mein Akzent läge darauf, die Mehrsprachigkeit bei allen zu fördern" sagte Gesine Schwan (SPD) (Spiegel Online).
Bachelor - kein Weg in die Arbeitslosigkeit, zeigt eine Kasseler Studie mit 35.000 Absolventen von 48 Unis und Fachhochschulen des Jahrgangs 2007. Wie Magister- oder Dipolnabsolventen brauchten sie ca. 3 Monate, eine Stelle zu finden; 86% erreichten eine volle Stelle. 3/4 blieben an der Uni (Masterstudium), was clever ist, denn der Verdienst ist dann klar höher.
Schon lange bekannt, aber doch interessant, was jetzt wieder herausgefunden wurde: Sprachen, die man als Kind gelernt und später durch Nicht-Gebrauch wieder "vergessen" hat, bleiben zum Teil im Sprachwissen. Ein neues Lernen wird daurch besonders in der Aussprache erleichtert. Meldung
Wahlkampf: Welche Rolle spielt das angebliche "Megathema" Bildung im Wahlkampf, wo ist von Universitäten oder Schulen die Rede? Was lässt das ahnen für die Zeit danach, wenn bezahlt werden muss...
Diskussionswürdig: Harald Welzer, Die Kultur der Achtsamkeit (taz) - kann man mit dem Staat in seiner jetzigen Verfasstheit die Zukunftsprobleme lösen?
Der Erwerb des Schreibens wird derzeit viel diskutiert, auch im Blick auf die Unterrichtsergebnisse in manchen Schulen. Über ein interessantes Konzept, das an ältere Traditionen anschließt, berichtet die taz. Die Besonderheite der Schreibtechnik und -ästhetik werden manchmal - wenn es auf Motivation und Eigenaktivität der Lerner ankommt - vergessen. Daher sollte man einschlägige Modelle ansehen, etwa Andresens Atelier für Unterricht.
Die Oldenburger Pädagogikprofessorin Astrid Kaiser behaptet, Grundschullehrkäfte ließen sich in der Bewertung von den Vornamen der Kinder leiten. Kevin z.B. erzeuge leicht Vorurteile. Interview auf Spiegel-Online. Eigennamen haben m.E eine Bedeutung, sie lösen auch Assoziationen aus. Aber verbindet sich mit ihnen Normalitätswissen <wenn jemand n heißt, ist er zu bestimmten Handlungsweisen disponiert, gehört zur Leistungsklasse K ...>?
Am 21./22. August 2009 beginnt in diesem Jahr der 29-tägige Ramadan, die islamische Fastenzeit. Einen Einstieg in Informationen zum Islam gibt es auch hier.

Unterscheidung belebt - versus unbelebt angeboren?
Dass Belebtes und Unbelebtes - eine wichtige Unterscheidung auch in der Grammatik (z.B. Wortstellung) - in unterschiedlichen Hirnregionen verarbeitet wird, ist länger bekannt. Die Unterscheidung soll sogar angeboren sein und auch bei geburtsblinden Menschen zu finden, so Bradford Mahon von der University of Rochester.

NRW noch ziemlich weit hinten in der Bildung - meint die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft (INSM)
Zitat: "Der Anteil der Schüler und Studierenden je Lehrer oder Dozent ist in NRW seit Jahren im Bundesvergleich sehr ungünstig – hat sich aber in den letzten Jahren an den Schulen und Hochschulen verbessert. Trotz positiver Veränderungen in den vergangenen Jahren sind auch die Relationen an den Grundschulen und an weiterführenden Schulen schlechter als im Bundesdurchschnitt. So wurde in den Jahren 2005 bis 2007 die Zahl der Grundschullehrer erhöht, obwohl die Schülerzahlen rückläufig waren. Die schlechtesten Relationen im Bundesländervergleich bestanden an den Hochschulen – auf eine Lehrkraft (Professor, Dozent, Lehrbeauftragter) kamen rechnerisch im Jahr 2007 24,0 Studierende (Bundesdurchschnitt: 15,4). Fünf Jahre zuvor war die Relation mit 29,5 noch deutlich schlechter."
Kommentar: Ich weiß nicht, wie das an den Unis gerechnet wurde, wahrscheinlich wurde das gesamte Personal einbezogen.

NS-Parolen - entschied der BGH (3 StR 228/09) - sind nur formuliert in deutscher Sprache ("Blut und Ehre"), nicht bei Übersetzung etwa ins Englische ("Blood and Honour") strafbar. Als Linguistik kommt man dabei ins Grübeln... Sprachrelativität des Rechts als Grundlage der Rechtstheorie? Konsequenz aus der These der Nicht-Übersetzbarkeit? Bericht in Spiegel-Online

Mädchen türkischer Erstsprache sind nach einer Würzburger Studie (Prof. Reinders) eher selbständiger, selbstbewusster, autonomer als Jungen
In einer Hauptschulstudie( 830 HauptschülerInnen wurden befragt) zeigte sich Folgendes: 77 Prozent (Jungen: 72%) gaben an, ihre Freunde selbst wählen zu wollen. 67 Prozent (59% Jungen) möchten eher Unabhängigkeit von den Eltern. 77 Prozent (Jungen: 62) wollen sich beim Traumberuf nicht von den Eltern bestimmen lassen. 65 Prozent der Jungen (Mädchen: 75%) möchten selbst bestimmen, ob sie an Familienfeiern teilnehmen. Das manifestiere sich vor allem in der Auseiandersetzung mit den Eltern. 85 Prozent der Mädchen (76% Jungen) nehmen sich das Recht auf eigene Meinung heraus. Fazit von Heinz Reinders
"Das Erstaunliche an den Ergebnissen ist die Normalität. Türkische Jungen brauchen ebenso wie deutsche Jungen generell etwas länger, um sich von der Familie zu lösen. Mädchen sind offenbar besser integriert, was ihre Abnabelung leicht zu beschleunigen scheint", so Professor Reinders. Sein Fazit: "Wenn sie denn jemals in der Mehrheit waren, dann sind zurückhaltende türkische Mädchen deutlich seltener anzutreffen als selbstbewusste und gut integrierte junge Türkinnen."
Auch wenn die Studie noch einige Fragen aufwirft, sollte sie vor schneller Etikettierung bewahren.  Die Unterschiede entsprechen denen deutsch-monolingualer Jugendlicher, bei denen auch die Mädchen die Nase etwas vorn haben. Also dem kulturellen Umfeld.

Bekanntermaßen wird das linke und das rechte Seite Sehfeld in der jeweils gegenüberliegenden Gehirnhälfte verarbeitet; ein Mädchen ohne rechte Hirnhälfte kann gleichwohl gut sehen und sich orientieren. Warum ist das so?
Die Schnalzlaute der NJU, es handelt sich um Implosive (einströmende Luft wird unter der Zunge angesaugt), werden mittlerweile in ihrer hochkomplexen Bildung besser verstanden; Ultraschalldarstellungen zeigen die Bildung und die Möglichkeiten, die weltweit einzigartigen Laute zu variieren. Kurztext. Allgemeines zu Khoisan-Sprachen und anhörbare Sounds finden sich auf Seiten von Cornell.
ForumSprache
ist eine neue Online-Fachzeitschrift für das Lehren und Lernen moderner Fremdsprachen.

"Linguamón – Haus der Sprachen ist eine Regierungseinrichtung, die von der Regierung von Katalonien ins Leben gerufen wurde und deren Ziel es ist, die Sprachen der Welt als
• Kommunikations-, Zivilisations- und Dialogmittel
• Quelle der persönlichen Entwicklung, der menschlichen Kreativität und als Menschheitserbe
• Recht der Menschen und der Sprachgemeinschaften zu fördern." Homepage

"Stiftung Mercator übergibt neues Ausbildungsmodul "Deutsch als Zweitsprache" im Bereich der Lehrerausbildung an Ministerin Sommer"
Die Mehrsprachigkeit an Schulen stellt besondere Anforderungen an die Lehrtätigkeit, die in der Lehrerausbildung bislang nicht berücksichtigt werden. Lehramtsstudierende, die im Rahmen des Mercator Projekts "Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund" als Förderlehrer tätig sind, fühlen sich durch die Unterrichtspraxis besser auf den Schulalltag vorbereitet. Das belegt die Evaluation des Projekts, das die Stiftung Mercator bundesweit seit 2001 mit 10 Millionen Euro fördert. Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung Mercator gemeinsam mit Vertretern der Technischen Universität Dortmund [Özdil, Hoffmann], der Universitäten Duisburg/Essen und Köln sowie den jeweiligen Zentren für Lehrerbildung ein Modul für "Deutsch als Zweitsprache" (DaZ) entwickelt, das neben der wissenschaftlichen Ausbildung auch einen praktischen Anwendungsbereich als Förderlehrer vorsieht. Heute fand die offizielle Übergabe des Moduls durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, Dr. Bernhard Lorentz an NRW-Schulministerin Barbara Sommer im Ministerium in Düsseldorf statt. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung sowie die Stiftung Mercator werden das Modul jetzt allen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stellen."

 

 

 
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