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Noam Chomsky

*1928 in Philadelphia,

lehrt am MIT

          

Sprachwissenschaftler

Geprägt durch Strukturalismus und Automatentheorie formuliert er Modelle Generativer Grammatik, zunächst mit Transformationen, dann mit Beschränkungen dieser Transformationen, schließlich mit generellen Prinzipien und Parametern, dann 'minimalistisch' fundiert (nur noch Lexikon und Berechnungssystem werden gebraucht, das Ergebnis struktureller Ableitung wird auf Wohlgeformtheit überprüft).

Hält Sprache für ein vages Konzept, glaubt nicht an die Möglichkeit einer Semantik, allein der grammatische Kern sei relevanter Gegenstand der Linguistik.

Vertritt eine Theorie der "Universalgrammatik", die grammatische Anlage ist genetisch bedingt und das Modul soll Art und Tempo des Spracherwerbs erklären, da Sprache im syntaktischen Kern nicht gelernt werde. Sprache ist strukturabhängig, sie wird auf der Basis eines spezifischen Wissens erworben und verwendet.
Es werden nur vorgegebene Parameter festgelegt, je nach Einzelsprache.

Untersuchungen zum Spracherwerb hat er selbst nie durchgeführt, Anwendungen und Umsetzungen haben andere Forscher gemacht, z.B. Steven Pinker, der einen Sprachinstinkt postuliert hat.

Wichtige linguistische Bücher:

N. Chomsky (1957/1973dt.), Strukuren der Syntax, The Hague: Mouton

N. Chomsky (1965/1969dt.), Aspekte der Syntax-Theorie, Frankfurt: Suhrkamp

N. Chomsky (1981), Lectures on Government and Binding, Dordrecht: Foris

N. Chomsky (1986/1996 dt.), Probleme sprachlichen Wissens, Weinheim: Beltz

N. Chomsky (1995), The Minimalist Program, Cambridge: MIT

N. Chomsky (2000), New Horizons in the Study of Language and Mind, Cambridge:
University Press

Einführung in die syntaktische Theorie:

A. Radford (1997), Syntactic Structure and the structure of English. A minimalist approach,
Cambridge: University Press

G. Grewendorf (2002), Minimalistische Syntax. Tübingen: Francke

Evolution und die Chomsky-Theorie

M.T. Hauser/N. Chomsky/W.T. Fitch (2002) The Faculty of Language: What is it, who has it, and how did it eveolve? In: Science 298, 1596-1579

Zur kritischen Diskussion:

R. Botha (1991) Challenging Chomsky. The Generative Garden Game. Oxford: Blackwell

N. Evans/Levinson, S.C. (2009) The myth of language universals: Language diversity and its importance for cognitive science. In: BEHAVIORAL AND BRAIN SCIENCES 32, 429 –492

D. Everett (2008) Don't Sleep, There are Snakes: Life and Language in the Amazonian Jungle. London: Profile Books [Kritik an Chomsky / Universalgrammatik](dt. (2010) Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas. Stuttgart: DVA

D. Everett (2005) Cultural Constraints onGrammar and Cognition in Piraha. In: Current Anthropology Volume 46, Number 4, August–October 2005

L. Hoffmann (2005) Universalgrammatik. In OBST 69 (2005) Paradigms lost, 101-131. preprint

S. Modgil/C. Modgil (eds.)(1987), Noam Chomsky, Consensus and Controversy. New York: Falmer

M. Piatelli-Palmarini (ed.)(1980), Language and Learning. The debate between Jean Piaget and
Noam Chomsky. London: Routledge & Kegan Paul

 

...und Dissident

Chomsky ist auch bekannt als radikaler Kritiker der US-amerikanischen Politik
und der Globalisierung von einem anarchosyndikalistischen Standpunkt aus, dazu
beispielsweise:

N. Chomsky (1999/2000dt.), Profit over People, Frankfurt: Europa Verlag: Hamburg/Wien

Chomsky gilt als der meistzitierte Autor der Gegenwart.

Eine Biografie und ein Werkporträt:

R.F. Barsky (1997), Noam Chomsky. A life of Dissent. Toronto: ECW Press
(deutsch 1999: Noam Chomsky. Libertärer Querdenker. Zürich: Edition 8)

G. Grewendorf (2006) Noam Chomsky. München: Beck

Homepage von N. Chomsky

Chomsky.Info

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Chomsky über die Sprache [http://bigthink.com/ideas/16057]

 
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