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GESPRÄCHE COMPUTERGESTÜTZT TRANSKRIBIEREN 

 

Tipp: Alexandra Eberhardt und Miriam Morek bieten am Institut eine Transkriptionsberatung an in Form einer wöchentlich stattfindenden Sprechstunde an.

 

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Aufnehmen und Transkribieren

Vor dem Transkribieren steht das Aufzeichnen. Häufig sind noch Cassettengeräte im Einsatz (z.B. Sony Walkman Professional, der recht gute Ergebnisse brachte), die derzeit von digitalen Geräten abgelöst werden. Ein digitales Gerät ist z.B. ein MP3-Player (ZOOM H2, Edirol R09, M-Audio Recorder), iPod etc. Man sollte unbedingt darauf achten, dass unkomprimiert aufgenommen werden kann (z.B. wave-Format), nur dann sind auch instrumentalphonetische Analysen (z.B. mit PRAAT, s.u.) möglich. Gute Erfahrungen habe ich mit dem Edirol R 09 gemacht, der gut aufnimmt und einfaches Überspielen auf den Rechner erlaubt. Mehr zum Thema auf einer GAIS-Seite.

Im Bereich der Pragmatik wird zumeist nach den Regeln von HIAT transkribiert. Das Verfahren HIAT ("halb-interpretative-Arbeits-Transkriptionen") wurde von Konrad Ehlich & Jochen Rehbein entwickelt. Es ist hier kurz beschrieben und in:

REDDER, Angelika/ EHLICH, Konrad (Hgg.) 1993: Gesprochene Sprache. Transkripte. Tübingen (Niemeyer).
REDDER, Angelika (Hg.) 1982: Unterrichtsstunden 1. Transkripte. Tübingen (Narr).

Die grundlegenden Aufsätze dazu sind:

EHLICH, Konrad/ REHBEIN, Jochen 1976: Halbinterpretative Arbeitstranskriptionen (HIAT). In: Linguistische Berichte 46/ 1976, 21-41.
EHLICH, Konrad/ REHBEIN, Jochen 1979: Erweiterte halbinterpretative Arbeitstranskriptionen (HIAT 2): Intonation. In: Linguistische
Berichte 59, 51-75.

Ein praxisorientiertes Manual für das computergestützte Transkribieren insbes. mit EXMARALDA ist:

REHBEIN, Jochen/ SCHMIDT, Thomas u.a. 2004: Handbuch für das computergestützte Transkribieren nach HIAT. Universität Hamburg: SFB 538 Mehrsprachigkeit

Für HIAT eignen sich die Computerprogramme EXMARALDA (Windows, Apple ab System X), SyncWriter (Apple bis System 9.2. oder in der Classic Umgebung von System X), HIAT-DOS (Windows)

Die GAT-Konventionen werden derzeit in der deutschsprachigen Konversationsanalyse bevorzugt. Sie sehen eine Zeilen-, keine Partiturschreibweise vor.

Am Institut für deutsche Sprache in Mannheim wird eine Diskursdatenbank (DIDA) aufgebaut, die spezifischen Transkriptionskonventionen folgt. Das Programm ist nicht zur allgemeinen Verbreitung vorgesehen. Interessant ist die im Netz zugängliche Datenbank Gesprochenes Deutsch/Deutsches Spracharchiv.

Eine bibliographische Sammlung von Transkripten haben Konrad Ehlich (München) und Reinhold Glas (Dortmund) bereit gestellt.

Infos zu Korpora bietet auch eine Seite von Peter Schlobinski (Hannover).

Ein kostenloses Programm für die signalphonetische Analyse unter verschiedenen Betriebssystemen ist PRAAT, mit dem auch die Erst-Transkription (mit folgender Überführung in EXMARALDA) möglich ist. Ein Anleitung, die sich auf den MAC bezieht, gibt es im Netz. Eine weitere (englisch) kommt aus Lund. Für Apples System 9 gibt es noch Signalyze. Für PC und Mac gibt es ferner die kostenpflichtigen Programme PCQuirer bzw. MacQuirer.

Für Audioaufnahmen und einige Bearbeitungen ist die kostenlose Software Audacity nützlich. Programme, mit denen Audiodateien abspielbar sind, um sie zu transkribieren, sind Express Scribe (PC/Mac), das verschiedene Audioformate erlaubt und bes. für Diktate etc. gedacht ist. Für die Segmentierung und Annotation gibt es auch das freie Transcriber, das auch Partituren darstellbar machen kann.

Im Netz finden sich verschiedene Programme, um Abspielgeschwindigkeit oder Tonhöhe (pitch) zu verändern, z.B. 33rpm (Mac) oder Transcribe! für Mac und Windows, Amazing Slow Downer, Transcriber für Mac und Windows u.a.

 

Programme zur Transkription und Audio-/Videodatenverarbeitung

Exmaralda ist ein von Thomas Schmidt am Hamburger SFB "Mehrsprachigkeit" entwickeltes, sehr empfehlenswertes Transkriptionsprogramm. Es läuft unter Windows und Mac OS (ab System X) und zeichnet sich durch die Möglichkeiten der Datenbankintegration besonders aus. Diesem Programm gehört die Zukunft, da es auf Unicode und XML basiert. Sie finden das Programm, Hilfs- und Zusatzprogramme sowie Informationen in jeweils aktueller Fassung hier. Das Programm ist kostenlos.

Man kann auch mit PRAAT transkribieren, nachdem der Ton im Rechner digitalisiert, und später die verbale Spur in Exmaralda überführen. Dann sind während des Transkribierens signalphonetische Informationen (Oszillogramm, Spektrum, Grundfrequenz Fo für den Tonverlauf) sichtbar zu machen. Ein Manual ist enthalten, eine deutschsprachige Einführung gibt es von Beat Siebenhaar in Lausanne hier, eine englischsprachige ist von Sidney Wood aus Lund.

ELAN ist ein kostenloses Programm des Max-Planck Instituts für Psycholinguistik, Nijmegen, das für die Bearbeitung und Transkriptiuon von Videodaten genutzt werden kann.

Für die DOS/Windows-Welt gibt es ein älteres Transkriptionsprogramm: HIAT DOS, ferner als Tool Ton und Text.

Transcriber kann neben Annotationen auch Partituren darstellen.

Wer noch unter dem älteren Betriebssystem 9.2 von Apple arbeitet, kann SyncWriter benutzen. Dazu gibt es hier eine Kurzanleitung als pdf-Datei von Bührig/Hoffmann.

Zeichensätze für phonetische Transkiption bekommen Sie im Internet.

Weitere Infos auf der GAIS-Seite des Mannheimer IDS

Das "Prosogram" als Notationsform für die Intonation

Statistiksoftware R (kostenfrei)

ELRA (European Language Resources Association)



Literatur

Thomas Schmidt, der Autor von EXMARALDA, behandelt in seinem Buch die Gesamtproblematik aus Sicht informatisch-texttechnologischer Modelltheorie, im Blick auf verschiedene Transkriptionssysteme:

Th. Schmidt (2005) Computergestützte Transkription. Frankfurt: Lang

Den Gesamtzusammenhang korpusbezoegner Sprachverarbeitung (Phonetik, Signalanalyse am Computer, Sprachdatenbanken, Dateiformate, Datenstrukturen, Aufnahmetechnik und -geräte, Annotation) stellt dar:

Chr. Draxler (2008) Korpusbasierte Sprachverarbeitung. Tübingen: Narr

 

 

 
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