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 Projekt


Schreiben zwischen Sprachen und Kulturen:

Ressource und Hemmnis der Integration


(LiLaC - Literacy between Languages and Cultures)

 

Projektleitung: Prof. L. Hoffmann, Prof. U. Quasthoff & Prof. M. Kastner

 

Ziele der Untersuchung:

         Rekonstruktion von Ausgrenzungsprozessen in der Erfahrung von Migrantinnen und Migranten sowie prekär integrierten Deutschen im interdisziplinären Zugriff

         Analyse von Zugängen zur Schriftlichkeit

         Konzepte gegen Desintegration
(Entwicklung spezifischer Angebote / Behördenunterstützung)

 

Soziologische Befunde ebenso wie die öffentliche Wahrnehmung lassen die gegenwärtige westlich-zivilisatorische Gesellschaft zunehmend nicht mehr als einheitliche Sozial- und Kommunikationsgemeinschaft erscheinen, deren Mitglieder in gleicher Weise an übergreifenden Diskursen und Themen, an allgemeinen Wert- und Sinnvorstellungen, an institutionellen Zugängen, am überlieferten gesellschaftlichen Wissen und an sozialen Mitgliedschaften teilhaben. Dieser Entwicklung der Herausbildung unterschiedlicher Identitäten entspricht eine Ausdifferenzierung der verwendeten Sprachen und kommunikativen Stile, in denen das sozial relevante Wissen vermittelt und gesellschaftliche Erfahrung manifestiert und weitergegeben wird. 

Das Beherrschen von und das Umgehen mit Schriftlichkeit ist in diesem Zusammenhang ein prototypisches Feld für Probleme der Identitätsbildung und der gesellschaftlichen Partizipation: Die Mehrheitsgesellschaft erwartet – insbesondere in allen rechtlich geregelten Prozessen etwa bei Behörden – schriftsprachliche Kompetenzen in der Zweitsprache. In institutionelle Prozesse eingebundene Schriftlichkeit ist demgegenüber ein bei vielen Einwanderern auch im Herkunftsland kaum ausgebildetes und genutztes Ausdrucksfeld. Der Erwerb differenzierter schriftsprachlicher Kompetenzen in der Zweitsprache wäre zudem - sehr viel mehr als der alltagsnaher mündlicher Varietäten – auf Sprachbewusstsein und damit auf formelle Bildung angewiesen. Gerade diese wird aber dann nicht angestrebt, wenn die Mündlichkeit (auch in der Erstsprache) kommunikativ dominant bleibt und Vermittlungsprozesse (Translation, Erläuterung institutioneller Verfahrensweisen und Unterstützung durch Experten der Community) steuert. Diese Distanz zur Schriftlichkeit verstärkt sich, wenn gerade auch die Literalität der Mehrheitskultur zu abgrenzender Identitätsbildung führt. Die mangelnde Erreichbarkeit von schriftlicher Darstellung und Textverstehen in der Zweitsprache kann dazu führen, dass sie als Objekt institutioneller Prozesse wahrgenommen werden, in die allenfalls mit Hilfe Dritter eingegriffen werden kann.

Ein globales Ziel des Projekts liegt entsprechend darin, Konzepte gesellschaftlichen Zusammenlebens zu begründen, die über Appelle an Toleranz und gegenseitiges Verständnis hinausgehen, indem sie auf der Analyse der Ursachen gesellschaftlicher Segregation aufbauen und diese in institutionelle Maßnahmen umsetzen. Ein wesentlicher Aspekt dieser Ursachen wird in der Rolle von Literalität und Oralität bei der Bildung von Identität in ausgrenzenden oder gruppenbildenden Interaktionen und generationstranszendenten Orientierungen gesehen.

Das Projekt macht im Rahmen linguistischer und psychologischer Methoden die subjektiven Erfahrungen und Identitäten zum Gegenstand und fokussiert dabei auf die Wahrnehmung von Schreibkompetenz als Barriere oder Motor der Integration.

Der innovative Charakter des Vorhabens liegt darin, dass schriftsprachliche Kompetenzen von MigrantInnen und deutschen Einsprachigen aus bildungsfernen Milieus interdisziplinär untersucht werden im Zusammenhang mit

Durch den Vergleich mit Deutschen aus benachteiligten Milieus kann überprüft werden, inwieweit die Mehrsprachigkeit und die Migrationsbiographie tatsächliche Erklärungskraft für die mangelnde Partizipation haben.




Link:                                                         http://home.edo.uni-dortmund.de/~hoffmann/VW_Projekt.html







Information:

Weitere zeitnahe Informationen und Ankündigungen von Frau Prof. Dr. Quasthoff finden sich auch auf der Informationsplattform der Dortmunder Germanistik: Studiger.




Bei Rückfragen und Verbesserungsvorschlägen wenden Sie sich bitte an teamqu@post.uni-dortmund.de oder klicken Sie auf den untenstehenden Link.

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