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Projekte
Die internationale “Research School Education and
Capabilities” wird gemeinsam von der Universität Bielefeld und der Technischen
Universität Dortmund getragen, die beide einen exzellenten Ruf sowohl in der
Forschung als auch in der Ausbildung von Doktoranden genießen. Insbesondere
bieten beide Standorte und der Kontext der Research School ideale Bedingungen
für interdisziplinäre Forschungsvorhaben. Ziel der Forschungsschule ist es zu
untersuchen welchen Möglichkeiten und Hindernissen sich Kinder, Jugendliche und
junge Erwachsene bei der Entfaltung ihrer sozialen und sprachlichen Kompetenzen
gegenüber sehen und welche Aufgaben Institutionen dabei zu erfüllen haben.
Ausgehend vom Capabilities Approach, einem Ansatz, der
von der Befähigung des Einzelnen ausgeht, werden relevante Prozesse,
Einstellungen/Herangehensweisen und Kompetenzen in formalen, informellen und
nicht-formellen Kontexten des Heranwachsens analysiert.
Im Kern der empirischen Forschung der Forschungsschule steht eine groß angelegte Langzeitstudie. Dieses Konzept ermöglicht einerseits eine anwendungsbezogene Vermittlung quantitativer und qualitativer Methoden von höchster Qualität. Außerdem profitieren Doktoranden von der Möglichkeit, sich im Rahmen ihrer Promotionsvorhaben aktiv an Datenerhebung und -analyse zu beteiligen.
English:
The international Research School "Education and Capabilities" is hosted by Bielefeld University and Technische Universität Dortmund, which both have an excellent reputation in research and doctoral studies and represent an outstanding interdisciplinary basis for research. It aims at the analysis of developmental options and opportunities that help children, adolescents and young adults to advance their social and language-related competencies. Therefore, using the Capabilities Approach, it investigates processes, relevant attitudes and competencies in formal, non-formal and informal contexts of growing up.
One of the focal points of the School's empirical research will be a large-scale longitudinal study that provides for high-quality instruction in both quantitative and qualitative research methods. It will also allow the doctoral students to take an active part in the collection and analysis of data for their own doctoral work.
Homepage: Education and Capabilities
Leitung: Prof. Dr. Uta Quasthoff
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Friederike Kern
Studentische Hilfskräfte: Julia Eussen, Carolin Schraeder, Anika Steffenhagen
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In dem DFG-Projekt "Diskursstile als sprachliche Sozialisation" wird die Erzähl- und Instruktionsfähigkeit (Spielerklärungen) von Kindern im ersten Schuljahr sowohl hinsichtlich entwicklungsbedingter übergreifender Strukturerscheinungen als auch - und vor allem - hinsichtlich der individuellen Ausprägungen stilistischer Merkmale untersucht. Punktuell soll der Einfluss familiärer und schulischer Interaktion auf den kindlichen Erwerb spezifischer struktureller und stilistischer sprachlicher Merkmale mikroanalytisch rekonstruiert werden. Inhaltsverzeichnis
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DFG-Projekt "Orale und literale Diskursfähigkeiten: Erwerbsmechanismen und
Ressourcen" (OLDER)
Leitung: Prof. Dr. Uta Quasthoff
MitarbeiterInnen: Sören Ohlhus, Juliane Stude
Studentische Hilfskräfte: Antje Gooßes, Marco Grube, Florina Kelling, Ina
Kötteritz, Andreas Patzer, Nadine Schönberger, Yvonne Schneider, Rekha
Thiageswaran
Das OLDER-Projekt untersucht den Erwerb der Fähigkeit, schriftliche Texte zu strukturieren unter dem Gesichtspunkt der Aneignungsverfahren. In diesem Zusammenhang geht es im Rahmen einer longitudinalen Untersuchung explorativ der Frage des Rückgriffs auf mündlich bereits erworbene übersatzmäßige Strukturierungsfähigkeiten für den Aufbau von Schreibkompetenzen nach. Erwartete Ergebnisse bewegen sich zwischen den folgenden Extremen:
1.
Kinder übertragen ihre im Mündlichen vorhandenen
Strukturierungsfähigkeiten in die neue Modalität der Schriftlichkeit, sobald
sie die basalen Techniken des Schreibens in schriftsystematischer und
motorischer Hinsicht beherrschen.
2.
Kinder bauen die übersatzmäßigen Strukturierungsfähigkeiten
in der schriftlichen Modalität neu auf.
Die Variante (1) würde eher für
einen Rückgriff auf die nicht unterrichtlich gesteuerten Unterstützungssysteme
des "natürlichen" Erwerbs sprechen, (2) hingegen eher für einen
Einfluss der expliziten Instruktionen von Unterricht. Aus der
mikrostrukturellen empirischen Rekonstruktion der verschiedenen Varianten
zwischen diesen beiden Extremen sollen genauere Erkenntnisse über das
Zusammenspiel unterschiedlicher Erwerbskontexte gewonnen werden.
Im Einzelnen werden folgende Fragen empirisch bearbeitet:
1.
Setzt sich ein vergleichsweise hoher bzw. niedriger
diskursstruktureller Entwicklungsstand im Mündlichen bei Einschulung in
entsprechend guten bzw. schlechten Strukturierungsleistungen in den
schriftlichen Texten fort?
2.
Führen unterschiedliche Stile des Erzählens oder Erklären,
durch die sich Kinder in ihrem mündlichen Diskursverhalten bei Einschulung
unterscheiden, zu unterschiedlichen Schreibmustern?
3.
Stützen Unterrichtsinteraktionen in ihrer metakognitiven
Orientierung die Nutzung mündlicher Diskursfähigkeiten für den Aufbau
globalstruktureller Kompetenzen im Schriftlichen?
4.
Lässt sich ein Einfluss schriftlicher
Textproduktionserfahrungen auf die mündlichen Diskursstrukturen bei
8-/9-Jährigen im Zusammenhang mit dem erreichten Stand metakognitiver
Bewusstheit ausmachen?
Für weitere Informationen: OLDER-Seite
Schreiben
zwischen Sprachen und Kulturen:
Ressource
und Hemmnis der Integration
(LiLaC - Literacy between Languages and Cultures)
Projektleitung: Prof. L.
Hoffmann, Prof. U. Quasthoff & Prof. M. Kastner
Ziele der Untersuchung:
•
Rekonstruktion von
Ausgrenzungsprozessen in der Erfahrung von Migrantinnen und Migranten sowie
prekär integrierten Deutschen im interdisziplinären Zugriff
•
Analyse von Zugängen zur Schriftlichkeit
•
Konzepte gegen Desintegration
(Entwicklung spezifischer Angebote / Behördenunterstützung)
Soziologische Befunde ebenso wie die
öffentliche Wahrnehmung lassen die gegenwärtige westlich-zivilisatorische Gesellschaft
zunehmend nicht mehr als einheitliche Sozial- und Kommunikationsgemeinschaft
erscheinen, deren Mitglieder in gleicher Weise an übergreifenden Diskursen und
Themen, an allgemeinen Wert- und Sinnvorstellungen, an institutionellen
Zugängen, am überlieferten gesellschaftlichen Wissen und an sozialen
Mitgliedschaften teilhaben. Dieser Entwicklung der Herausbildung
unterschiedlicher Identitäten entspricht eine Ausdifferenzierung der
verwendeten Sprachen und kommunikativen Stile, in denen das sozial relevante
Wissen vermittelt und gesellschaftliche Erfahrung manifestiert und
weitergegeben wird.
Das Beherrschen von und das Umgehen mit
Schriftlichkeit ist in diesem Zusammenhang ein prototypisches Feld für Probleme
der Identitätsbildung und der gesellschaftlichen Partizipation: Die
Mehrheitsgesellschaft erwartet – insbesondere in allen rechtlich geregelten
Prozessen etwa bei Behörden – schriftsprachliche Kompetenzen in der
Zweitsprache. In institutionelle Prozesse eingebundene Schriftlichkeit ist
demgegenüber ein bei vielen Einwanderern auch im Herkunftsland kaum
ausgebildetes und genutztes Ausdrucksfeld. Der Erwerb differenzierter
schriftsprachlicher Kompetenzen in der Zweitsprache wäre zudem - sehr viel mehr
als der alltagsnaher mündlicher Varietäten – auf Sprachbewusstsein und damit
auf formelle Bildung angewiesen. Gerade diese wird aber dann nicht angestrebt,
wenn die Mündlichkeit (auch in der Erstsprache) kommunikativ dominant bleibt
und Vermittlungsprozesse (Translation, Erläuterung institutioneller Verfahrensweisen
und Unterstützung durch Experten der Community) steuert. Diese Distanz zur
Schriftlichkeit verstärkt sich, wenn gerade auch die Literalität der
Mehrheitskultur zu abgrenzender Identitätsbildung führt. Die mangelnde
Erreichbarkeit von schriftlicher Darstellung und Textverstehen in der
Zweitsprache kann dazu führen, dass sie als Objekt institutioneller Prozesse
wahrgenommen werden, in die allenfalls mit Hilfe Dritter eingegriffen werden
kann.
Ein globales Ziel des Projekts liegt
entsprechend darin, Konzepte gesellschaftlichen Zusammenlebens zu begründen,
die über Appelle an Toleranz und gegenseitiges Verständnis hinausgehen, indem
sie auf der Analyse der Ursachen gesellschaftlicher Segregation aufbauen und
diese in institutionelle Maßnahmen umsetzen. Ein wesentlicher Aspekt dieser
Ursachen wird in der Rolle von Literalität und Oralität bei der Bildung von
Identität in ausgrenzenden oder gruppenbildenden Interaktionen und
generationstranszendenten Orientierungen gesehen.
Das Projekt macht im Rahmen linguistischer und psychologischer Methoden die subjektiven
Erfahrungen und Identitäten zum Gegenstand und fokussiert dabei auf die
Wahrnehmung von Schreibkompetenz als Barriere oder Motor der Integration.
Der innovative Charakter des Vorhabens
liegt darin, dass schriftsprachliche Kompetenzen von MigrantInnen und deutschen
Einsprachigen aus bildungsfernen Milieus interdisziplinär untersucht werden im
Zusammenhang mit
Link:
http://home.edo.uni-dortmund.de/~hoffmann/VW_Projekt.html
Bei Rückfragen und
Verbesserungsvorschlägen wenden Sie sich bitte an teamqu@post.uni-dortmund.de
oder klicken Sie auf den untenstehenden Link.
Mail an das Team Quasthoff
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Prof. Dr. Quasthoff